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Seit Gründung der Atelierwerkstatt _nannatextiles 2016, hat Nanna diesen Kurs in unterschiedlichen Kontexte durchgeführt, in Kooperation mit u.a. Nippon Filmfestival Frankfurt, Linden-Museum, H+H Messe Köln und St. Arbogast (Götzis/A). Am 15.04. gibt Nanna einen Japan-Stickimpuls (2 Stunden) im Begleitprogramm der Ausstellung "Mach wie die Profis! - Experimente mit Faden und Stoff ... Stich für Stich" im Museum im Deutschhof, Heilbronn. Mehr auf https://museen.heilbronn.de
Zwei japanische Sticktechniken: Sashiko und Boro
Sashiko und Boro stammen aus Japan. Historische Boro-Textilien sind Erzeugnisse, die auf eine einfache Art mit Hand bestickt sind. Mit Vorstich an- oder übereinander genähte Stofffetzen und kleine Reststücke wurden von Bewohnern Alt-Japans textile Flächen hergestellt. Ressourcenknappheit und Selbstversorgung waren Lebensrealitäten. Noch heute ist in Japan der Leitspruch mottainai allgegenwärtig - „Werfe nichts weg!“. Es handelt sich um eine nachhaltige Lebenshaltung im Textilen.In Sashiko-Stickereien sind traditionelle Muster auf einfachen, meist Baumwollstoffen, bestickt, um deren Wertigkeit und Stabilität zu steigern. Eine Stofflage mit der mustergebenden Sashiko-Technik wärmt sogar mehr, als eine nicht bestickte Oberfläche.
Im Kurs, wie immer bei Nanna, werden historische Hintergründe und Kulturwissen anhand von Schaubildern erläutert, bevor die Teilnehmer_innen in die kreative Umsetzung eines, ausschliesslich von Hand genähten, Sashiko- oder Boroentwurfs übergehen. Ein "Produkt" sich auszudenken ist nicht das Ziel, aber erlaubt. Es könnte beispielsweise ein schönes Textil für den Brotkorb entstehen. Die Praxiszeit im Kurs kann auch mit dem Ausprobieren vieler Sashiko-Muster verbracht werden, in der Stickmethode "austoben". Im Kurs geht es vordergründig um die kulturell wertige, technisch einfache, japanische Technik des Stickens. Keine Vorkenntnisse sind notwendig.
Gerne ausrangierte Baumwoll-Hemden, alte Baumwollgarne, Baumwollbänder, unterschiedliche Baumwollstoffreste etc. nicht entsorgen, sondern zum Kurs mitbringen! Selbstverständlich steht aber Nannas inzwischen großes Materialienfundus allen zur Verfügung.
Foto: Links ist ein Abschnitt von Nannas Boro-Stickerei abgebildet. Rechts im Marubishamon-Sashikomuster hat Nanna mit selbstgemischten Garnen experimentiert.

Nanna
Nanna Aspholm-Flik (*1964, Tampere) ist diplomierte Textildesignerin (Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart) aus Finnland und agiert u.a. als Künstlerin, Dozentin, Forscherin, Kuratorin, Jurorin und Kunsthandwerkerin. Als Impulsgeberin und Kooperationspartnerin in Kulturprojekten verfolgt sie den Ansatz, Theorie und Praxis zusammenzubringen, um die Wertigkeit des Textilen hervorzuheben. Sie ist Gründerin und Ideengeberin der Atelierwerkstatt _nannatextiles in Stuttgart-West. Unter _programm _archiv kann über Nannas konkrete Mitwirkungen nachgelesen werden.
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